Stadt Mannheim: Leben im Quadrat Mittwoch, 17. März 2010 Inhalt
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 058 Herschelbad U 3, 1

Stadtpunkte - Mannheimer Geschichte vor Ort

Herschelbad U 3, 1

Herschelbad U 3, 1

  • Kategorie 3: Bürgertum – Handel – Industrie

Der jüdische Kaufmann und Stadtrat Bernhard Herschel (1837–1905) stiftet kurz vor seinem Tod eine halbe Million Goldmark für die Errichtung einer „Zentral-Bade- und Schwimmanstalt, die meinen Namen tragen soll“. Erst nach einer langen Planungsphase kann der Bau – zu dieser Zeit einer der größten seiner Art in Deutschland – am 15. November 1920 den Betrieb aufnehmen. Die monumentale neobarocke Außenfassade lässt kaum erahnen, dass im Innern variantenreiche Architekturformen vorzufinden sind, welche die antike Tradition der Thermen und Basiliken aufgreifen. Die Ausstattung ist großzügig: Es gibt drei Schwimmhallen, Wannenbäder, ein Römisch-Irisches Bad, ein Sonnenbad sowie ein Hundebad, damals eine durchaus übliche Einrichtung. Im 2. Weltkrieg wird die Gebäudeanlage erheblich zerstört und im Innern vereinfacht wieder aufgebaut. Durch die hohen Unterhaltungskosten ist die Zukunft des Herschelbads immer wieder gefährdet.

Bernhard Herschel
Die Frauenschwimmhalle um 1916
Die Volksbibliothek im Herschelbad, um 1925
Das Herschelbad

Abbildungen

Von links nach rechts:

  • Bernhard Herschel erlebt die Fertigstellung des Baus ebenso wenig wie das Verbot der Bad-Benutzung für Juden und die Umbenennung in „Städtisches Hallenbad“ in der NS-Zeit. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung, AB01612)

  • Frauenschwimmhalle (heute Halle 2), um 1916. Ursprünglich ist der Männer- vom Frauenbereich streng getrennt. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung, KF Nr. 38806)

  • Die Volksbibliothek im Herschelbad, um 1925. Die Räumlichkeiten des Gebäudes werden nicht ausschließlich als Badeanstalt genutzt. So finden hier zeitweise auch das Stadtarchiv oder zuletzt die Freie Akademie der Künste ihr Domizil. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Glasplatten V, 20)

  • Ansicht vom benachbarten Quadrat U 2 aus, um 1930. (Stadtarchiv Mannheim - ISG, GF 61)

Diese Tafel wurde gestiftet von: GBG Mannheim