Soziales -

Symbolische Scheckübergaben

Zukunft positiv gestalten – seit jeher haben Mannheimer Bürger*innen den Wunsch, soziale und gesellschaftliche Themen und Projekte in ihrer Heimatstadt zu fördern. Das verdeutlicht die wechselvolle Geschichte der Vereinigten Jüdischen Erinnerungsstiftung und der Vereinigten Wohltätigkeitsstiftung. Genauso unterstreichen Erbschaften und Schenkungen, die der Stadt Mannheim für wohltätige Zwecke vermacht wurden, dieses Engagement.

Insgesamt 80.520 Euro wurden im Jahr 2025 aus Erbschaften und Schenkungen innerhalb des Geschäftsbereichs des Sozial- und Kulturdezernats sowie aus den Erträgen dieser beiden traditionsreichen Förderstiftungen ausgeschüttet. Bürgermeister Thorsten Riehle übergab am Mittwoch (28.1.) 18 symbolische Spendenschecks in den Räumen der Heilsarmee (G 3, 1) an gesellschaftliche und soziale Einrichtungen. Anlässlich der Scheckübergaben stellten die Bedachten ihre Projekte vor. 

„Die Übergabe der Spendenschecks ist für mich ein ganz besonderer Termin. Sie sind für mich ein Symbol der Wertschätzung der Menschen, die sich in unzähligen sozialen und gesellschaftlichen Initiativen und Projekten einsetzen. Mit der Neueinrichtung eines Stiftungsmanagements in meinem Dezernat ist es aber auch Werbung in eigener Sache. Wir wollen all diejenigen ansprechen, die über eine Schenkung, Erbschaft oder Zustiftungen in bestehende Stiftungen, in ihrer eigenen Stadt Gutes bewirken möchten. Diese Möglichkeit des Engagements wollen wir stärker bekannt machen“, so Bürgermeister Thorsten Riehle.

 

Schenkungen und Erbschaften mit sozialem Bezug 

Das Dezernat für Wirtschaft, Arbeit, Soziales und Kultur kann aus insgesamt 19 Erbschaften und Schenkungen mit einem Vermögen von insgesamt etwa 8 Millionen Euro – bei denen zum Teil jedoch laut Schenkungszweck nur Zinserträge ausgeschüttet werden dürfen – verfügen und hieraus Einzelfallhilfen oder Unterstützung für einzelne Projekte gewähren. Der Verwendungszweck ist vom Erblasser bzw. Schenkenden festgelegt und reicht von allgemein sozialen Zwecken, über Hilfe für Obdachlose, Angeboten für Senior*innen bis hin zur Schaffung von Pflegeplätzen.

Aus dem Vermögen dieser Erbschaften und Schenkungen oder Zinserträgen hieraus wurden 2025 folgende Einrichtungen und Initiativen gefördert, an die nun ein symbolischer Spendenscheck übergeben wurde

  • Aus einer dieser Erbschaften, die speziell eine Zweckbindung „ausschließlich für die Unterstützung psychisch kranker Menschen“ vorsieht, geht mit 50.000 Euro die größte Einzelzuwendung an die Sozialpsychiatrische Tagesstätte des Sozialpsychiatrisches Diensts im Gemeindepsychiatrischen Zentrum Mannheim (SPDI). Die Tagesstätte ist ein fester Bestandteil der sozialpsychiatrischen Versorgung in Mannheim und ein offenes und niederschwelliges Angebot für psychisch (langzeit-) erkrankte Menschen, um ihnen einerseits gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen und andererseits stationäre Maßnahmen abzuwenden. Aufgrund der kommunalen Haushaltssituation konnte die benötigte Zuschusserhöhung 2026 nicht realisiert werden. Dank der Zuwendung ist die Unterstützung der wertvollen Arbeit der SPDI in der erforderlichen Größenordnung und damit der Weiterbetrieb der Tagesstätte auch 2026 möglich. 

 

Außerdem wurden folgende Projekte anteilig unterstützt:

  • Caritasverband Mannheim e.V. für die Finanzierung von Hospizkosten für eine wohnungslose Frau (2.000 Euro)

  • Freikreathur gUG für das Präventionsprojekt weAct an Mannheimer Schulen mit Strafgefangenen (2.000 Euro)

  • BZE Mannheim gGmbH für das Projekt „Perspektive Job-Zauberland“ (2.500 Euro)

  • Caritasverband Mannheim e.V. für die Kindererholung auf Ameland (2.500 Euro)

  • Ev. Schifferkinderheim Mannheim e.V.: zur Finanzierung des Geigenunterrichts einer Jugendlichen in stationärer Betreuung der Einrichtung (500 Euro)

  • eine Rettungshundeführerin für die Tierarztkosten des Rettungshundes „Sammy“ der Rettungshundestaffel des ASB (500 Euro)

  • Freilichtbühne Mannheim e.V. für drei Stuhlpatenschaften (1.620 Euro)

  • Trägerverein Gemeinschaftszentrum Jungbusch e.V. für den „Nachtwandel“ (3.000 Euro)

  • die Internationale Malschule Behrens (1.500 Euro) 

Insgesamt werden stadtweit 58 nicht-selbständige, nichtrechtsfähige Schenkungen und Erbschaften, deren Vermögen treuhänderisch, d.h. getrennt und unabhängig vom städtischen Haushalt, durch die Stadt Mannheim verwaltet und aus deren Erträgen immer orientiert am Willen der Schenkenden/Erblasser – gemäß Stiftungszweck soziale, kulturelle oder wohltätige Zwecke verwirklicht werden können. 

 

Vereinigte Wohltätigkeitsstiftung

Die Vereinigte Wohltätigkeitsstiftung schüttet aus dem angelegten Festgeld für das Jahr 2025 rund 7.400 Euro an Zinserträgen aus. Im Dezember 2025 hatte der Stiftungsrat eine Förderung folgender sozialer Zwecke beschlossen:

  • Carneval Club Waldhof e.V. für die Fertigung neuer Gardekostüme für Jugendliche (2.000 Euro)

  • Reitverein Mannheim Käfertal e.V. für das therapeutische Reiten (1.000 Euro)

  • Die Heilsarmee – Korps Mannheim zur Unterstützung der Herbstsammlung für bedürftige Kinder (700 Euro)

  • Freundeskreis Rosengarten Mannheim e.V. für das Projekt „Dein Festmahl Mannheim“ für Obdachlose (500 Euro)

  • Evangelische Kirche Mannheim für die Kindervesperkirche (800 Euro)

  • DRK-Ortsverein Mannheim-Seckenheim für die Finanzierung eines neuen Mannschaftswagens (700 Euro)

  • Verein Kinderreich Rhein-Neckar e.V./Ev. Schönaugemeinde Mannheim für „Die Villa – Ein offenes Wohnzimmer für alle“ (700 Euro)

  • AWO Kreisverband Mannheim e.V. für AWOKado – gemeinsam schmeckt’s besser (1.000 Euro).

     

Vereinigte Jüdische Erinnerungsstiftung

Aus den Erträgen der Vereinigten Jüdischen Erinnerungsstiftung konnten für das Jahr 2025 7.000 Euro für gemeinnützige Zwecke ausgeschüttet werden. Sie kommen der Jüdischen Gemeinde Mannheim zur Realisierung und Unterstützung einer Vielzahl an Projekten zugute. Dazu zählen 800 Euro für die museale Präsentation jüdischer Geschichte, 1.000 Euro für die Ausrichtung des Pessachfestes, 1.000 Euro für Konzerte jüdischer Kantor*innen und 4.200 Euro für die Ertüchtigung des Eingangs des Friedhofs in der Talstraße.

 

Hintergrundinformationen zu den beiden traditionsreichen Förderstiftungen 

Zum Geschäftsbereich des Dezernates für Wirtschaft, Arbeit, Soziales und Kultur gehören vier rechtlich selbständige Stiftungen. Neben den zwei operativ tätigen Stiftungen, der Theodor Fliedner Stiftung und der Stiftung Katholisches Bürgerhospital, zählen hierzu mit der Vereinigte Jüdische Erinnerungsstiftung und der Vereinigte Wohltätigkeitsstiftung zwei Förderstiftungen. 

Die Vereinigte Wohltätigkeitsstiftung und die Vereinigte Jüdische Erinnerungsstiftung haben ihre Wurzeln vor mehr als hundert Jahren als Bürger*innen bzw. jüdische Bürger*innen verschiede Stiftungen für soziale und mildtätige Zwecke ins Leben riefen. Die verschiedenen Stiftungen sind durch die Inflation in den 1920er Jahren und den Währungsverfall in den 1940er Jahren stets gemindert worden. Ihre Restvermögen wurden nach der Währungsreform 1948 in diesen beiden Stiftungen zusammengefasst. Im Fall der Vereinigten Wohltätigkeitsstiftung wurden 2007 die Sondervermögen der Generaldirektor-Franz-Büschler-Stadtbürgerstiftung und der Generaldirektor- Franz-Büschler-Belegschaftsstiftung für pensionierte Belegschaftsmitglieder der pfälzischen Mühlenwerke mit dem Vermögen der Vereinigten Wohltätigkeitsstiftung zusammengeführt und so das Vermögen erweitert.
 
Beide Stiftungen setzen ihr Kapital für gemeinnützige oder mildtätige Zwecke ein, das heißt sie fördern Einrichtungen und Maßnahmen der Alten-, Jugend-, Gesundheits- und Behindertenhilfe und unterstützen hilfsbedürftige Personen. Die Jüdische Erinnerungsstiftung hat darüber hinaus die Forschung über die Geschichte der Juden in Mannheim zum Zweck.

 

Kontakt des Stiftungsmanagement im Dezernat für Wirtschaft, Arbeit, Soziales und Kultur

Wer im sozialen oder kulturellen Bereich persönliche Akzente setzen möchte, hat die Möglichkeit, der Stadt Mannheim zu Lebzeiten oder nach dem Tode als Erbschafteinen Teil ihres Vermögens zu hinterlassen.  Auch Zustiftungen in das vorhandene Grundstockvermögen einer bereits bestehenden Stiftung in städtischer Verwaltung oder Zuwendungen kleinerer Beträge eröffnen diese Möglichkeit. Informationen erteilt das Stiftungsmanagement in Dezernat II. Beate Spiegel informiert Zuwendungsinteressierte zu gemeinwohlorientierten Projekten sowie über Abläufe und Vorgehensweise.
 
Beate Spiegel
Rathaus E5 | 68159 Mannheim
Tel.: +49 621 293 9344
E-Mail: Beate.Spiegel@mannheim.de
Sprechzeiten: Montag und Mittwoch jeweils von 8.30 bis 13 Uhr oder nach Vereinbarung
 
Mehr Informationen unter www.mannheim.de/stiftungsmanagement

 

 

Globale Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen

Piktogramm 17 Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

Erfahren Sie mehr über die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen

Medien