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Marietta Laturnus

Mannheim - Liebe auf den zweiten Blick

Als ich 2006 nach Mannheim zog, kannte ich die Stadt bereits.
Während meines Abiturs, das ich in Thüringen absolvierte, war ich beinahe jedes Wochenende in Mannheim, um meinen Freund zu besuchen. Die Stadt begeisterte mich keinesfalls von Anfang an. Der Eindruck der brutalen Nachkriegsarchitektur und des Duftes der Eichbaum-Brauerei wurden jedoch schnell abgemildert sobald man am Friedrichsplatz stand, der größten Jugendstilanlage Europas.

Die Kunsthalle hat es mir von Anfang an angetan

Hier beeindruckte mich nicht nur der Wasserturm und der Rosengarten, sondern vor allem die Kunsthalle. Der Billing-Bau, der zurzeit renoviert wird, hat es mir von Anfang an angetan, obwohl er eigentlich der Hintereingang der Kunsthalle ist. Die klare majestätische Jugendstilarchitektur bietet den perfekten Rahmen für die hochkarätigen Werke der Moderne und Gegenwart von Künstlern wie Manet, Friedrich, Bacon, Rodin oder Lehmbruck. Es ist großartig, dass nun auch der marode Mitzlaff-Trakt durch einen Neubau ersetzt werden soll, sodass sich die Kunsthalle in Zukunft nicht nur räumlich erweitern kann, sondern auch von der Wasserturmseite aus einen attraktiven Anblick bieten wird. Jedoch hoffe ich, dass die „Four Eyes 2007“ von James Turrell, welche die Außenbeleuchtung der Kunsthalle bilden, dann einen anderen würdigen Rahmen finden werden.

Kunsthalle Mannheim - Sei Stifter

Marietta Laturnus

wurde 1984 in der Sowjetunion (Kasachstan) geboren. Seit 1991 lebt sie in Deutschland. Nachdem sie in Würzburg, Erfurt und Bielefeld wohnhaft war, ist sie seit 2006 dauerhaft in Mannheim verwurzelt.

  • 2003 bis 2006 Studium der Germanistik und Geschichte an der Uni Bielefeld
  • 2006 Wechsel an die Uni Heidelberg, Lehramtsstudium Kunstgeschichte, Germanistik und Geschichte. In Mannheim arbeitete sie während ihres Studiums als selbstständige Kunsthistorikerin am Mannheimer Kunstverein und in der Alten Feuerwache im Bezirksverband Bildender Künstlerinnen und Künstler.
  • 2009/2010 beteiligte sie sich als Kunstvermittlerin an dem vom Kulturamt Mannheim organisierten Ausstellungsparcours „artscoutone“. Besondere Aufmerksamkeit widmet sie der Förderung von jungen Künstlern, die sie durch das Schreiben von Texten oder Reden begleitet.
  • Demnächst beginnt sie ihr Referendariat. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, ihre Leidenschaft für die Kunst mit der Pädagogik zu verbinden, indem sie sich auf die Kunstvermittlung konzentriert. So wird sie 2012 auch auf der documenta13 in Kassel die Besucherinnen und Besucher durch die Ausstellung führen.