Baugemeinschaften

Ein immer beliebter werdender Weg für Privathaushalte zum Erwerb von sel bst genutztem Wohneigentum ist die Gründung so genannter „Baugemeinschaften“ oder „Baugruppen“.

Was bereits in vielen deutschen Großstädten erfolgreich praktiziert wurde, soll jetzt auch das urbane Wohnen in Mannheim beleben. Die Stadt will hierfür städtische Grundstücke anbieten und die Bildung von Baugruppen in der Startphase durch den städtischen Fachbereich „Städtebau“ unterstützend begleiten.

In Baugemeinschaften können Ba uwillige zusammen mit Gleichgesinnten von der Planung bis zur Fertigstellung der Immobilie gestaltend mitwirken. Diese Eigenleistung lohnt sich aber auch, da das Bauen in der Gemeinschaft oftmals günstiger ist. Fachleute sprechen von bis zu 20% Kostenersparnis gegenüber vergleichbaren Objekten.

Interessierte sollten grundsätzlich wissen, dass die praktische Umsetzung eines Wohnbauprojekts durch Baugemeinschaften in mehreren organisatorischen Stufen erfolgt. Die Gemeinschaft entsteht zunächst in Form einer unverbindlichen Interessengemeinschaft, in der sich Gleichgesinnte finden, um ihre Wohnideen in einem ersten Konzept zu skizzieren. Die zweite Stufe, die Planungsgemeinschaft, ist für die Teilnehmer mit ersten Kosten für die Erstellung der Baupläne und die Baureifmachung des Grundstücks verbunden. Gleichzeitig klärt jeder Teilnehmer in dieser Phase sein eigenes Finanzierungskonzept. Vor Beginn der Baumaßnahmen werden innerhalb der Baugruppe verbindliche Regelungen getroffen, damit das Projekt nicht durch das Ausscheiden einzelner Gruppenmitglieder gefährdet wird. Nach Abschluss des Bauvorhabens wird die Bauherrengemeinschaft in eine Eigentümergemeinschaft nach dem Wohnungseigentumsgesetz umgewandelt, so dass am Ende dieses Prozesses jeder Baugruppenteilnehmer über eine eigene Eigentumswohnung verfügt.
Innenhof

Interessant ist das Modell vor allem für Bauwillige, die mit Unterstützung von Fachleuten frühzeitig in die Bauplanung und Bauabwicklung eingebunden werden und damit einen Weg der Wohneigentumsbildung wählen wollen, der zwar mehr eigenes Engagement, aber auch mehr Individualität und eigene Kreativität zulässt. Da die Baugemeinschaft als Bauherr selbst über die Bauausführung bestimmt, muss dies auch im innerstädtischen Bereich nicht mit höheren Baukosten verbunden sein. Der breite Gestaltungsspielraum lässt es auch zu, dass sich Interessenten für eine neue Wohnform (z.B. "Wohnen im dritten Alter") oder mit besonderen Schwerpunkten (z.B. "ökologisches, barrierefreies Wohnen") zusammenfinden. Das frühzeitige Kennenlernen der künftigen Nachbarn schafft gute Voraussetzungen für ein nachbarschaftliches Miteinander.

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