Kunstunterricht
Kinderkurs in den Reiss-Engelhorn-Museen

Betreuung früher - Betreuung heute

Mit Beginn des Schuljahres 1990/91 wurde das Modellprojekt „Kernzeiten an Grundschulen“ im Land Baden-Württemberg in einer Modellphase erprobt. Das Projekt ermöglichte das Einrichten einer zusätzlichen Betreuung von Grundschülern innerhalb gewisser Kernzeiten vor und nach dem Unterricht und gewährleistete damit eine zuverlässige Betreuung der Kinder. Damit reagierte die Landesregierung Baden-Württemberg auf die veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Viele Eltern wünschten sich Unterstützung bei der Erziehung und Betreuung ihrer Kinder und versuchten, die Interessen und Bedürfnisse ihrer Kinder mit dem gleichberechtigten Wunsch nach beruflicher Tätigkeit in Einklang zu bringen. Freizeitbezogene, sozialpädagogische Angebote entsprachen den Bedürfnissen der Eltern und Kinder. Im Schuljahr 1990/91 wurden in Mannheim die ersten zwei Kernzeitbetreuungsgruppen eingerichtet.
Mit Beginn des Schuljahres 1991/92 erhielten die kommunalen Träger die Möglichkeit in Fortführung zur Kernzeitenregelung an den Schulen eine zusätzliche Nachmittagsbetreuung in Form eines Horts an der Schule einzurichten. Mit Beschluss vom 11.6.1991 beauftragte der Gemeinderat der Stadt Mannheim das Schulverwaltungsamt mit der sukzessiven Einrichtung von zehn Gruppen des Modellversuchs „Hort an der Schule“ mit Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung und Freizeitangeboten.
Das kontinuierliche Ansteigen der Anzahl der Kernzeit- und Hortgruppen wies auf eine große Nachfrage und Akzeptanz hin. Bei einer Umfrage für die Eltern in Mannheim im Jahr 1994 wurden als Hauptgründe für die Betreuung, eine Fortführung einer halb- oder ganztägigen Beschäftigung und die allgemeine Förderung des Kindes genannt.
Im Schuljahr 1992/93 gab es dann schon 17 Kernzeitgruppen und 5 Hortgruppen.
Ende 1999 beschloss die Baden-Württembergische Landesregierung die Einführung der „Verlässlichen Grundschule” und damit das Ende des Modells Kernzeitbetreuung. Der wachsende gesellschaftliche Bedarf nach erweiterten Betreuungsformen von Grundschulkindern, in Ergänzung zur Schule, konnte damit aufgegriffen werden. Damit verhalf das Land vor allem Familien mit kleinen Schulkindern zu einem zeitlich abgesicherten und geregelten Schultag. Mit der Verlässlichen Grundschule wurden zwei wichtige Ziele verwirklicht: verlässliche Unterrichtszeiten mit einem optimierten Stundenplan und einer bedarfsorientierte Betreuung.
In Mannheim entstand auf diese Weise in den vergangenen Jahren ein bedarfsgerechtes, stadtteilorientiertes Betreuungsangebot, das die Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützt.Viele Grundschulkinder haben in den zurückliegenden Jahren unsere Betreuungsangebote besucht und die Eltern konnten beruhigt ihrer Arbeit nachgehen. Im Schuljahr 2010/11 bestehen 118 Gruppen im Betreuungsangebot im Rahmen der Verlässlichen Grundschule und  107 Hortgruppen an nahezu allen Mannheimer Grundschulen mit 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Für die Kinder stehen in der Regel eigens dafür ausgestattete Räume zur Verfügung. Für die Hausaufgaben und für zusätzliche Angebote, wie Sport, Kochen, Filmvorführungen etc. werden in Absprache mit der Schule Klassenräume genutzt.
Alle Kinder der Horteinrichtungen haben die Möglichkeit am Mittagstisch teilzunehmen. Das Mittagessen wird über eine Catering-Firma an die Schulen geliefert. Ziel ist es, den Kindern eine ausgewogene und gesunde Ernährung anzubieten. Kulturelle sowie individuelle Aspekte werden dabei berücksichtigt.
Der Hort an der Schule trägt grundlegend zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf und zur Entlastung von Familien bei, leistet Erziehungsarbeit und gestaltet den Lebensraum Schule aktiv mit. Kinder werden im Sinne des Kinder- und Jugendhilfegesetzes durch „Betreuung, Bildung und Erziehung“ gefördert und unterstützt. In enger Kooperation mit der Schule sind die Horte ein wichtiger Partner bei der Gestaltung und Weiterentwicklung des Schulalltags.
Der Hort fördert und begleitet die Kinder im Schulalltag, unterstützt soziales Lernen und stärkt individuelle Fähigkeiten ebenso wie das Selbstbewusstsein, gibt Raum für altersgemäßes Entdecken, Erfahren und Begreifen und erleichtert den Schuleinstieg.
Angebote und Projekte aus den Bereichen Theater, Kunst, Musik, Medien, Naturwissenschaften, Umwelt, Bewegung, Ernährung und Demokratie ermöglichen den Kindern, sich Kenntnisse, Kompetenzen und soziale Fähigkeiten anzueignen und zu erweitern sowie Zusammenhänge zu verstehen. Die besondere Chance des Horts, seinem Bildungsauftrag nachzukommen, liegt in den vielgestaltigen außerschulischen Lernformen.
Der Hort hat die Aufgabe, Kinder in Ihrer Gesamtentwicklung, zu der auch der schulische Leistungsbereich gehört, bestmöglich zu fördern und zu unterstützen. Der Hort begleitet und unterstützt die Kinder bei der Erledigung ihrer täglichen Hausaufgaben in Kooperation mit Schule und dem Elternhaus und schafft günstige Lernbedingungen für konzentriertes Arbeiten.
 
Mit Einführung einer Ferienbetreuung in den Sommerferien 1996 an zentralen Schulen im Mannheimer Stadtgebiet wurden für Kinder und Eltern die Verlässlichkeit und die pädagogische Qualität aus der Betreuung während der Schulzeit auch für die Ferienzeit gewährleistet.  Die Ferienbetreuung findet inzwischen an zehn ausgewählten Standorten in Betreuungseinrichtungen statt. Den Schülerinnen und Schülern wird ein interessantes und abwechslungsreiches Ferienprogramm geboten, wie Exkursionen, Projekte, Ausflüge, erlebnispädagogische, hauswirtschaftliche und Kreativangebote. Spiel, Spaß, Entspannung und gemeinsame Erlebnisse stärken das Gemeinschaftsgefühl der Gruppe und ermöglichen soziales Lernen.

  • Einführung der Kernzeitbetreuung 1990/1991

     
  • zusätzliche Nachmittagsbetreuung in Form eines Horts 1991/1992
     
  • Einführung Ferienbetreuung 1996
     
  • Verlässliche Grundschule löst Kernzeitbetreuungsmodell ab 1999
     
  • 2010/2011:
    118 Gruppen im Betreuungsangebot (Verlässliche Grundschule) und
    107 Hortgruppen